Schmerzhafte Doppelniederlage

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Die Marines unterlagen am Samstag den Lütjensee Lakers mit 1:11 und 7:12 und fanden dabei in beiden Partien nicht zu ihrer gewohnten Qualität.

Man war gewarnt nach dem Split des vergangenen Wochenendes und hatte sich viel vorgenommen. Das Lakers Pitching sollte besser attackiert werden, das gegnerische Baserunning unterbunden und natürlich musste auch die Walkquote runter. Soweit die Theorie.

In der Praxis sah es ganz anders aus. In Spiel eins hatte Kim wieder Probleme, Strikes zu werfen, das Infield war nicht ganz bei der Sache, so dass es früh 0:4 stand. Offensiv ein ähnliches Bild wie vergangene Woche, wieder kam Tom Bönicke ohne nennenswerte Schwierigkeiten ins Spiel.

Doch während die Marines sich letzte Woche aufbäumen und das Spiel drehen konnten, ging dieses Mal nicht viel. Das lag zum einen an Bönicke, der sich noch einmal zu steigern wusste und souverän bis zum letzten Pitch blieb. Zum anderen schaffen es die Marines nicht, das Momentum von Alex’ Homerun im vierten Inning zu nutzen, der auf 1:5 verkürzte.

Stattdessen geriet das Spiel direkt im Anschluss aus den Fugen. Kim musste den Mound für Eddie räumen, dem aber auch nur noch Schadensbegrenzung blieb. Sechs oben konnten die Gäste dann vorzeitig den Deckel drauf machen und den elften und letzten Run des Spiels scoren.

Nicht einmal gelang es den Marines im Verlauf des Spiels, den Lead off aufs Base zu bringen, Baserunner in Scoring Position verhungerten, weil taktische Optionen nicht mehr gegeben waren. Sicher auch ein Verdienst von Bönicke, der über sechs Innings ohne Walk blieb.

Die Ansprache zwischen den Spielen war deutlich, doch auch Spiel zwei missriet den Marines. Dieses Mal konnte Alex die Lakers zwar lange in Schach halten, und die Marines gingen eins unten auch erstmals in Führung, nachdem sie endlich die Bats ausgepackt hatten, doch Ruhe brachten sie nicht ins Spiel.

Der Druck der zweiten Niederlage in Folge führte zu überhasteten Aktionen in der Defensive und die wiederum zu unrühmlichen zehn Errors. Fünf davon brachten den Lakers vier ihrer fünf Runs in den ersten drei Innings ein, während die Marines durch uncleveres Baserunning Chancen auf mehr Punkte vergaben.

Dennoch wurde es in den Innings vier und fünf spannend. Jeder Run war jetzt umkämpft und die Marines konnten auf 4:6 herankommen. Sechs oben dann aber das ersehnte Big inning für die Gäste, wieder unter tätiger Mithilfe der Marines. Zwei Aus waren schon eingetütet, da legte der Gastgeber noch einmal drei schmerzhafte Fehler und damit vier Runs für die Gäste auf.

Das Spiel war eigentlich entscheiden, wäre da nicht wieder die merkwürdige Verunsicherung der Lakers im letzten Inning gewesen. Die Marines schlugen Marc Bönicke nun, scorten drei Runs und hatten die Bases geladen, ehe Bönicke den Kopf mit Glück (Line out von Rick) und Können (zwei Strike outs) aus der Schlinge zog.

Die Marines müssen nach vier Spielen gegen die Lakers feststellen, dass der Aderlass an Routiniers (Medina, Tiralla) und die verletzungsbedingten Ausfälle (Resi, Senkpiel) nicht so ohne weiteres zu verkraften sind. Allerdings wäre bei defensiver Normalform ein weiterer Split durchaus drin gewesen.

Nächsten Samstag sieht man sich schon wieder, wenn die Marines um 14 Uhr bei den Lakers zu den Spielen fünf und sechs der Saisonserie antreten. Bis dahin sollte der Frust aus den Jerseys geschüttelt sein, um den Aufsteiger nicht schon früh in der Saison enteilen zu lassen.